13. Mai 2012
Unser Harzer Fuchs Chili lebt jetzt seit gut zwei Jahren bei uns – und er ist ein Rundum Schatz, eine wirkliche Bereicherung.
Diejenigen, die Chili kennen, wissen ja, dass er aus dem Tierheim Regensburg zu uns kam. Dort kam er zweimal aus der Vermittlung zurück, wurde von Interessenten besichtigt und nicht mitgenommen (z.T. weil sich der Hundejunge nicht zu benehmen wusste). Vielleicht hat er sich ja auch was dabei gedacht, dass es eine ganze Weile mit seiner Vermittlung gedauert hat, vielleicht hat er auf Mr. und Mrs. Right – also auf uns – gewartet? Er ist eben ein schlauer Fuchs:-)))
Anfangs gab es hier auch leichte Startschwierigkeiten. Chili fand, dass ein Rüde in unserem Haushalt genug sei, und hat mehrmals täglich unseren Schafpudel vermöbelt. Füchslein war futterneidisch, wollte sich nichts gefallen lassen und hat reichlich rumgezickt. Dank Respekt, Ruhe und Routine ist das alles längst Geschichte. Chili und Schafpudel Kalle sind ein Super Team, sie kuscheln zusammen und gucken sich natürlich jeden Blödsinn voneinander ab.
Chili ist ausgeglichen und souverän, gehorsam und gelehrig – und spielt gelegentlich den Clown. Wenn er etwas neu gelernt hat, freut er so, dass er richtig lachen kann. Gerade das freut mich besonders, weil er anfangs sehr “ernst” und zurück genommen war. Dieses Strahlen von Chili kam erst so nach und nach zum Vorschein.

Dass Chili lustig sein kann, zeigt mir, dass er wirklich angekommen ist. Bei manchen Second Hand Hunden braucht es ein Weilchen – je nach Biographie. Aber mit Geduld geht alles. Und wenn er sooo guckt:

dann weiss man wirklich, was für ein Schatz er ist:-)
2. Mai 2012
Gestern, am 1. Mai, wurde (fast) überall auf der Welt (mit Ausnahme der Länder, wo es verboten ist) der Tag der Arbeit begangen, an dem die Arbeitnehmer für ihre Rechte kämpfen und eintreten. Für mich war und ist der 1. Mai immer ein wichtiger Tag im Kalender. Es ist wichtig, seine Rechte einzufordern – gerade in diesen Zeiten der Eurokrise.
Da ich hier aber hauptsächlich über Hunde schreibe, soll auch wenigstens an dieser Stelle des arbeitenden Teils der Hundebevölkerung gedacht werden. Die weitaus längste Zeit während ihres Zusammenlebens mit den Menschen waren die Hunde Teil der menschlichen Arbeitswelt. Auch wenn sich die Stellenbeschreibung vieler Hunde geändert hat (es gibt nicht mehr sehr viele arbeitende Hüteriche oder Jägerhunde) übernehmen sie gesellschaftliche Aufgaben: Rettungs- und Bergungshunde, Spürhunde, Wachhunde, Service- und Therapiehunde besetzen wichtige Positionen.
Während die Arbeitswelt dieser Hunde normalerweise gut organisiert ist, mit tariflich zugesichteren Arbeitspausen, einer angemessenen Arbeitszeit, garantierter Freizeit und ausreichend Futter und medizinischer Betreuung sieht es beim grössten Teil der Hundepopulation – dem Canis Familiaris, also dem sogenannten Familienhund – manchmal leider etwas anders aus.
Zum einen ist sein Aufgabenfeld weniger klar umrissen als das eines Therapiehundes z.B. Manchmal muss er Sozialpartner sein, manchmal Statussymbol, manchmal wird er als kleiner bepelzter Mensch angesehen und manchmal wie ein Stück Sondermüll. Manchmal treffen alle diese Sachen auf einen einzigen Hund zu. Der Arbeitstag eines Familienhundes beträgt häufig 24 Stunden mit einer 7-Tage-Woche. In dieser Zeit soll er ständig funktionieren, mehrmals wöchtentlich diverse Hundesportarten ausüben, Kindern zum Kuscheln und gestressten Erwachsenen als Blitzableiter zur Verfügung stehen. Dabei nach Möglichkeit die Klappe halten, keine Haare verstreuen, nicht sabbern und alles tun, was man ihm sagt – und zwar pronto.
Familienhund zu sein ist häufig ein sehr fordernder und anstrengender Job. In vielen Fällen gibt es eine Rund-um-die-Uhr Überwachung, die Tiere stehen unter Dauerbeobachtung (“guck mal, wie er niedlich guckt, schläft, das Bein hebt”), etwas, was nicht nur Menschen an ihrem Arbeitsplatz (z.B. an Lebensmitteldiscounterkassen nervt).
Hunde, die durch ihren Familienhundjob überfordert sind, sind schneller entlassen als sie “wuff” sagen können. Sie können dann in einer Arbeitsagentur einem Tierheim auf einen neuen Job warten. Da es aber mehr Bewerber als freie Stellen gibt, stehen die Chancen für schwer vermittelbare (alte, kranke, nicht so hübsche Tiere) nicht wirklich gut.
Hunde können ohne menschliche Hilfe nicht für ihre Rechte eintreten. Sie sind darauf angewiesen, dass wir, ihre Arbeitgeber:-), dafür sorgen, dass sie gute Bedingungen vorfinden. Das Stellenangebot, dass wir einem Familienhund unterbreiten, sollte unbefristet sein und wir sollten uns als gute Chefs erweisen.
26. April 2012
Gestern wurden durch die Amts-Vet die letzten verbliebenen Hunde von dem Grundstück abgeholt. Das Tierhaltungsverbot bestand schon länger, und es ist nur eine der Ungereimtheiten, wieso das Ehepaar noch immer Tiere auf dem Grundstück halten durfte. Zumal es im Vorfeld schon Angebote von Tierschützern gegeben hatte, Meerschweinchen aufzunehmen.
Gestern waren es also noch sieben oder acht Hunde (es gibt keine genauen Angaben, was schlimm ist – als wenn der einzelne Hund nichts zählen würde), die in Tierheime, z.B. nach Duderstadt, gebracht wurden. Wo die Echse und einige hundert Meeris abgeblieben sind, scheint ausser dem Ehepaar auch niemand zu wissen. Es kann vermutet werden, dass sie vorübergehend bei Bekannten des Ehepaars untergebracht wurden, dass jetzt erst mal ins nächste Bundesland (nach Thüringen) zieht, um dort weiter zu vermehren.
Gestern gab es also einen Abschluss und doch wieder nicht. Was an einer Stelle beendet wurde, wird woanders fortgesetzt werden. Für einige wenige Tiere, die in der Obhut von Tierschützern gelangt sind, gibt es ein Happy End. Aber für viele Tiere nicht, weil sie nach erfolgtem Umzug vermutlich wieder in die Hände dieses Ehepaars zurück gegeben werden.
Auch das war eine Strategie von Gesa K., nachdem sie wegen ihres Umgangs mit ihren Hunden, “Ärger” mit den Behörden bekam. Sie bekam reichlich Unterstützung durch Freunde, die ihre Hunde quasi vor dem Zugriff des Amts Vets “versteckten”.
Es mag ja sein, dass das Ehepaar aus Hattorf keinerlei Unrechtsbewusstsein hat (Zitat: “Wir haben uns nichts vorzuwerfen”). Natürlich gibt es gültige Mindestanforderungen an eine halbwegs artgerechte Tierhaltung. Und in der Regel muss es auch richtig schlimm stehen, bevor ein Amts Vet eingreift. Wenn es so ist, dann können die Halter nicht mehr ihre Tierhaltung schön reden oder subjektiv meinen, dass es ihren Tieren an nichts fehlt.
Was ich aber nicht begreife, ist dieses Helfer-Netzwerk – Freunde, Bekannte – die Tiere, die nach ihrer schlimmen Zeit wirklich in kompetente tierschützerische Hände gehören, einfach verstecken, um sie später wieder an die ursprünglichen Halter zurück zu geben. Was denken sich solche Menschen? Dass sie die armen Meeris vor der bösen Amts Vet schützen müssen? Haben diese Leute auf dem Hof nur das gesehen, was sie sehen sollten oder wollten?
Tierhandel und Tiervermehrung kann viele Gesichter haben. Es gibt sie nicht nur auf den Polenmärkten, auf denen für jeden gekauften niedlichen Welpen fünf neue Hundekinder in den Handel kommen. Man sollte wirklich keine Tiere da kaufen, wo massenhaft vermehrt wird. So etwas geht immer zu Lasten der Tiere. Man sollte auch dann nicht kaufen, wenn einem die Tiere Leid tun. Um da zu helfen, gibt es kompetente Tierschützer. In jedem Tierheim gibt es inzwischen auch viele Kleintiere wie Kaninchen und Meeris. Wenn man so ein Tierchen möchte, sollte man sich einfach da oder bei Meerschweinchen in Not o.ä. Orgas umschauen.
17. April 2012
Gestern gab es, wie angekündigt, eine weitere Kontrolle auf dem Gelände, auf dem bis vor einigen Tagen noch 700 (in Worten siebenhundert) Tiere lebten existierten. Die Halter hatten bekanntlich ein Tierhaltungsverbot ausgesprochen bekommen, da von artgerechter Haltung weder bei den Hunden, noch bei den Kleintieren wie Meerschweinchen und Kaninchen die Rede sein konnte.
Gestern befand die Amtstierärztin, dass die noch verbliebenen ca. 200 Tiere und ihre Unterbringung in soweit ordnungsgemässen Zustand seien, dass sie (wie sich die Amtsvet etwas vage ausdrückte) noch ein bis zwei Wochen dort belassen werden könnten.
Für mich hört sich das, um es mal vorsichtig auszudrücken, ziemlich seltsam an. Innerhalb einiger Tage sind einige hundert Meeris spurlos verschwunden, ohne dass die Amts Vet da mal nachhakt, wo die geblieben sein könnten. Die Tiere wurden zwar in einigen Tierhandels-Kleinanzeigenportalen annonciert – aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Schweinchen wie die buchstäblichen warmen Semmeln weggegangen sein sollten. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wieso Menschen, denen ein Tierhaltungsverbot ausgesprochen wurde, nachträglich noch Profit durch den Verkauf dieser Tiere erzielen können. Der genannte Abgabegrund in den Kleinanzeigen lautete “wegen Umzugs”. Das ist schon möglich, denn in den Kommentaren auf NDR/Niedersachsen wussten einige Leute zu berichten, dass diese schrecklich nette Familie aus Hessen kommt, wo sie ganz ähnlich wie im Südharz agierte.
Das kommt mir so bekannt vor. Einige werden sich sicher noch an Gesa K. erinnern, die vor dem öffentlich bekannt gewordenen Tierschutz Gau Zarenhof auch schon in Niedersachsen Probleme mit den Amts Vets bekam wegen ihrer sehr eigenwilligen Auffassung von artgerechter Hundehaltung. Sie ist dann einfach weitergezogen. Vermutlich wird auch die Familie aus dem Südharz demnächst wieder irgendwo anders Meerschweinchen und Hunde vermehren. Es scheint sich ja trotz allen Ärgers zu lohnen.
Es ist nicht ganz richtig, dass die Menschen nichts von den Zuständen gemerkt hätten. Natürlich gab es Leute, die die angebotene Hundepension in Anspruch genommen haben, natürlich gab es Menschen, die dort Meerschweinchen, Hunde und Kaninchen gekauft oder verkauft haben (genau wie bei Gesa K. auch, die allerdings ihre Border Collies aus dem Kofferraum verkauft hatte, als ihr Grundstück so langsam in einen absolut nicht mehr präsentablen Zustand kam).
Es bringt nichts, wenn solchen Menschen alles möglich Schlechte gewünscht wird (und womöglich noch in die Tat umgesetzt wird, also eine Form von Selbstjustiz). Es ist nicht der erste und wird leider auch nicht der letzte Fall dieser Art sein. Es ist unendlich wichtig, dass solchen Leuten ihre Existenzgrundlage entzogen wird, in dem bei solchen Massenvermehrern nicht mehr gekauft wird und nicht mehr mit ihnen gehandelt wird.
15. April 2012
heisst die Regel bei der Ausbildung von arbeitenden Hütehunden.
Kalle hatte gestern seinen 4. Purzeltag. Nach der Theorie sollte er jetzt vernünftiger werden. Keine Ahnung, vieleicht muss er sich noch an diesen Gedanken gewöhnen:-) Noch seppelt er wie eh und je durch die Gegend, grölt alles an, was hundeartig ist (und macht da auch – entgegen landläufiger Meinung – keinen Unterschied zwischen den Boys ‘n Girls der Hundewelt), kommt auf spontane Schnapsideen, die er ebenso spontan auch gleich in die Tat umsetzt und benimmt sich immer noch wie der schlimmste anzunehmende Schafpudel.
Aber ich mag den Kleinen (er ist sehr gross für einen Schafpudel), weil er ein richtiges Gute-Laune-Paket ist, weil er eine totale Schmusebacke ist, weil er so klug ist, sehr gehorsam ist (vorausgesetzt, mensch ist schnell genug, was offen gestanden selten der Fall ist) und weil er einfach unser lieber Kalle ist. Ein ganz toller Hund, ein liebenswertes Wesen und guter Kumpel.
Vierjähriger Schafpudel namens Kalle (auch genannt Spätzchen, Lasses, Runterda, Fussel, Knubbelchen, Burrrrrsche) – sieht aus wie drei, finde ich:-))))

Geburtstagsgesschenke waren: ein Riesenspaziergang, wilde Spiele im Garten und abends ein Diner bestehend aus einem Stück Lamm mit Knochen. Ich fürchte, allein anhand der Geschenke hat Kalle nicht wirklich gemerkt, dass er Purzeltag hatte. Es war wie fast jeden Tag in seinem Leben.
Aber so soll es ja auch sein. Unsere Hunde leben nicht so lange wie wir, deswegen heisst das Motto ganz besonders Carpe Diem. Wir Menschen sollten uns wenigstens sehr bemühen, unseren vierbeinigen Freunden jeden Tag so schön zu machen, wie es möglich ist, so viel Zeit mit ihnen verbringen, wie wir können und all das Gute, was wir so freigiebig von ihnen bekommen, nach unserem Vermögen zurück geben.
Seit Mitte der letzten Woche ist auch der Öffentlichkeit bekannt, dass in einem ehemaligen Hotel im Südharz 700 Tiere von einem Ehepaar gehalten wurden. Diese Tierhaltung als nicht artgerecht zu bezeichnen ist eher ein Euphemismus. Eine sehr kurze Meldung der Online Ausgabe der Goslarschen Zeitung deutet zart an, was sich dort abspielt. Wer weitere Informationen benötigt: auf NDR/Niedersachsen gibt es einige Videos oder man guggelt einfach nach Hattorf/Tiere.
Schnell denkt man bei solchen Meldungen an das Krankheitsbild “Animal Hoarding”, das Sammeln von Tieren. So etwas entsteht aus ursprünglich eigentlich guten Absichten. Die Menschen denken, sie müssen Tiere in Obhut nehmen, denen es vermeintlich oder tatsächlich schlecht ging. Ohne den entsprechenden finanziellen Background, ohne Sach- und Fachkenntnisse gerät so eine Tierhaltung schnell ausser Kontrolle. Der Animal Hoarder sieht wirklich nicht, dass “seine” Tiere verwahrlosen. Allerdings – wenn man das als positiven Moment sehen möchte/könnte – Animal Hoarder haben normalerweise keinerlei finanzielles Interesse, verkaufen die Tiere nicht sondern meinen, dass sie die einzige Person sind, bei denen es die Tiere gut hätten. Nun ja…
In Hattorf sah das anscheinend etwas anders aus. Es gab eine Homepage “Rassemeerschweinchen aus dem Südharz”, also eine Meeri-Zucht, mit – anscheinend – kommerziellem Hintergrund. In einem der Videos wurde gesagt, dass die Meerschweinchen gehalten wurden, weil der Sohn diese Tiere so gern mag. Nun ja…
Bei den Hunden war es vielleicht ähnlich – um zu züchten und zu verkaufen. Ausserdem wurde auch eine Hundepension betrieben. Die Leute sagen, es hätte niemand etwas gewusst. Das ehemalige Hotel liegt sehr abgelegen. Die Hundepension wurde allerdings in Anspruch genommen. Laut Amtsveterinärin und anderen Offiziellen hat das Gelände wohl zum Himmel gestunken, Tierfäkalien, tote Tiere – so was mieft. Aber es ist wie immer in solchen und ähnlichen Fällen; niemand wäre auf die Idee gekommen, dass dort Tiere leiden. Nun ja…
Kontrollen durch die Amtsveterinärin fanden dort anscheinend statt, sie hat auch gesehen, dass sich die Zustände sehr schnell verschlechterten, bis schliesslich ein Tierhaltungs- und -betreuungsverbot ausgesprochen wurde. Die Tiere sind allerdings noch auf dem Gelände. Es ist schwierig, für so viele Tiere Unterbringungsmöglichkeiten zu finden. Es ist auch teuer. Die Tiere müssen tierärztlich versorgt und gepäppelt werden. Das Tierheim in Osterode kann so eine Aufgabe unmöglich allein wuppen. Aber dem Vernehmen nach wurde da schon eine Lösung gefunden, dass die Tiere auf mehrere Tierheime aufgeteilt werden können. Diese Umstände könnten meines Erachtens ein Grund für das oft zögerliche Handeln von Amtstierärzten sein, wenn grössere Haustierbestände aufgelöst werden müssten (wie z.B. bei Animal Hoardern). Es bedeutet viel Papierkram, viel Arbeit und Kosten und könnte der jeweiligen Kommune einen Imageschaden verpassen. Ausbaden müssen das dann natürlich die Tiere. Nun ja…
Das Ehepaar, dass ca. sechzig erwachsene Hunde, elf Welpen, eine Katze, eine Echse und unzählige Meerschweinchen hält, war selbstredend schon vor Gericht, um Einspruch gegen das Tierhaltungsverbot einzulegen (hat nicht geklappt, soviel sei verraten). Die reine Tierliebe war da nicht das Motiv. Ihnen würde die Existenzgrundlage durch das Tierhaltungsverbot entzogen, vergleichbar damit, dass man einem Bauern seine Milchkühe wegnehmen würde. Ah ja…
Anfang nächster Woche wird dann endgültig entschieden, ob die Tiere dort weg kommen. Ich wünsche es ihnen. Es sieht wohl auch so aus, aber es sind wohl doch einige Behörden involviert, so dass man nicht hundertprozentig von einer logischen Entscheidung ausgehen kann. Zu ihren Gunsten nehme ich einfach mal an, dass es ein paar Tage brauchte, um Unterbringungsmöglichkeiten für die Tiere zu finden. Wir werden sehen…
7. April 2012
Heute, am Ostersamstag (oder heisst das Karsamstag? – ich weiss es nicht) schneit und graupelt es draussen gerade. So ein Schiet-Osterwetter ist nicht wirklich ungewöhnlich, aber nichtsdestotrotz sehr unschön. Ich hatte mich schon auf einen gemütlichen Osterbrunch auf der Terasse gefreut, aber daraus wird jetzt nichts.
Im Gegensatz zu meiner Weihnachtsmuffeligkeit bin ich eine begeisterte Osterfestanhängerin. Auch wenn das Wetter unterste Schublade ist, man kann sicher sein, dass “es” wird. Die Bäume sind zwar noch kahl, aber dafür blühen die Frühblüher und einige Sträucher wie die Blutjohannisbeere und Forsythien:


Davon kann man sich auch ein paar Zweige in die Vase stellen. Und falls man solche Sträucher nicht in Reichweite hat (wie z.B. im Garten), dann gibt es jetzt überall Frühlingsblumen wie Narzissen, Tausendschönchen, Primeln in allen Farben zu kaufen. Meine Zwiebelblumen von der Fensterbank werden später alle im Garten “ausgewildert”.
Einige Blümchen kämpfen sich jetzt auch schon durch und halten bei diesem winterlichen Wetter tapfer die Stellung:


Die verlassen sich auf darauf, dass es wieder besser wird:-) Die Wetterfrösche haben auch schon vorhergesagt, dass es ab Mitte nächster Woche warmen Regen gibt – wenn die Feiertage vorbei sind.
Morgen, am Ostersonntag, werde ich für die zwei beiden Hüteriche Eier verstecken. Die kann man gut mit Leberwurst u.ä. füllen. Sollten wir bis dahin eine geschlossene Schneedecke haben (was ich für unwahrscheinlich halte), sind weisse Eier auch ohne Osterbemalung gut getarnt und versteckt.
31. März 2012
Dieser etwas sperrige Titel ist die diesjährige neue Beschäftigung für die zwei beiden und mich.
Es ist laut Beschreibung der Vorgänger vom Flyball, heisst im Englischen Scent Hurdle Racing und macht Spass.
Von Flyball haben sicher schon viele gehört (sonst einfach mal auf die o.g. verlinkte Seite schauen. Für uns hatte ich Flyball nicht in Erwägung gezogen, weil ich solche hochrasanten Beschäftigungen, bei der die Hunde huchgepusht werden, nicht so toll für meine Hüteriche finde. Agility fällt für mich auch in diese Kategorie, obwohl ich die Hunde auch mal Slalom laufen oder über Hindernisse hüpfen lasse. Das dann aber in einer sehr ruhigen Art. Altdeutsche Hütehunde sind sehr schnell hochzufahren. Mir ist es lieber, wenn sie Ruhe lernen. Das hat mich dann vom Hürdenrennen und Geruchsunterscheidung überzeugt, weil spätestens bei der Geruchsunterscheidung muss sich der Hund konzentrieren. Ein aufgeregter hektischer Hund findet nicht das richtige Bringsel.
Bei Scent and Hurdle geht im Grunde darum, dass der Hund von einem Startpunkt über Hindernisse läuft, dann aus verschiedenen Bringseln sein ganz spezielles herausriecht und damit wieder zu seinem Menschen zurücksaust. Falls ich das jetzt zu ungenau beschrieben habe, kann man sich die Regeln auf der Schweizer Scent Hurdle Seite noch mal anschauen.
Da wir gerade damit angefangen haben, ist hier noch keine Rede von “Hund saust los, springt über Hindernisse, sucht das richtige Bringsel, springt auf dem Rückweg über Hindernisse und reicht der hocherfreuten Chefin (das bin ich:-))) das Bringsel. Und wie immer üben wir nicht in einem Verein und nehmen nicht an Wettkämpfen teil. Die Hunde sollen Spass haben, beschäftigt werden. Wie immer halte ich mich anfangs so gut wie möglich an das “Handbuch”. In diesem Fall ist es eine Lehr-DVD von Pia Gröning, die wirklich gut gemacht ist.
Im Moment ist unser Status, dass Kalle und Chili lernen zu pendeln, d.h. eine bestimmte Wegstrecke ohne Umwege zu laufen. Hunde laufen ja gerne Bögen, Hütehunde laufen gerne Kreise:-) Bei dieser Geschichte sollen sie aber sozusagen vom Startpunkt zu den Bringseln und zurück laufen, ohne Abstecher zum Teich, zum Gartenzaun o.ä. Dazu benutze ich zwei bunte Plastikeimer (korrekt wären wohl Pylonen, aber die fallen auf unserer Wiese immer so leicht um – Eimer sind standfester). Zuerst lernt der Hund einen Eimer zu umrunden. Umrunden können meine Süssen, weil sie sowas schon mal bei Dogdance Elementen gelernt haben und sowieso gern alles mögliche umrunden (s.o. Hütehunde laufen gern Kreise). Den zweiten Eimer bzw. Pylonen stellt man in einer gewissen Entfernung auf. Hund sollte also zwischen diesen beiden Eimern bzw. Pylonen oder wasauchimmer pendeln können. Gar nicht sooooo einfach:-)
Parallel werden sie auf ihr Bringsel konditioniert, dass sie dann später zwischen anderen gleichartigen herausschnuppern sollen. Ich nehme, wie auch in der Lehr DVD vorgeschlagen, einfache Wäscheklammern aus Holz. Gut, dass ich mir davon einen ganzen Packen gekauft habe, weil es ziemlichen Schwund beim Üben gibt. Kalle hat inzwischen seine dritte Wäscheklammer geschreddert. Er findet sie problemlos, bringt sie mir und steht dann da, und es macht “krrkss”. Chili ist ja sowieso immer ziemlich unwillig, etwas, dass er gefunden hat, wieder abzugeben. Er zieht mit der Wäscheklammer in seiner Schnute davon und verbuddelt die irgendwo.
Aber das sind alles Startschwierigkeit, die wir überwinden werden. Eines Tages werden die Junx losrennen, über drei Hürden springen, die richtige Wäscheklammer erschnuppern, zurückrennen und ihrer hocherfreuten Chefin (das bin ich:-))) die Klammer reichen.
Bis dahin üben wir!
22. März 2012
Bekanntermassen sind Altdeutsche Hütehunde Arbeitshunde, während es u.a. bei den Border Collies auch eine Showlinie gibt (über Sinn und Unsinn dieser sogenannten Show Linien lasse ich mich an dieser Stelle nicht aus).
Schafpudel Kalle und Harzer Fuchs Chili sind jedenfalls in keinster Weise überhaupt nicht Showlinie, die beiden wollen eine Aufgabe. Da von den in der Hüterich-Arbeitsplatzbeschreibung vorgesehenen Schafen und Rindern noch immer nichts zu sehen ist, muss da etwas anderes her. Und da ergibt sich manchmal etwas wie von selbst, ohne sorgfältig aufgebaute Trainings, was den Hunden Spass macht und uns Menschen hilft:
Yoghurtbecher u.ä. ausschlecken, damit die Reste nicht im gelben Sack rumschwappen.
Kurierdienste im Auto, bei kurzen Fahrten (Steuerberater, Post), Hund ganz wichtig mit besonderem Kurierhund Halstuch (natürlich nicht bei Hitze oder grosser Kälte, da sind auch fünf Minuten im geparkten Auto zuviel)
Beim Wäsche sortieren helfen, runtergefallene Kleidungsstücke aufheben, Wäscheklammern reichen
Den Rasen aufräumen, kleine Äste einsammeln und aufschichten, kleine Gartenwerkzeuge bringen
Ich habe den Eindruck, dass die Hunde solche Aufgaben durchaus von sonstigen Spielen unterscheiden können. Sie merken, dass sie etwas wichtiges beitragen. Da sich solche Haus- und Gartenarbeiten regelmässig wiederholen, werden die Junx auch jedes Mal sicherer und geschickter bei dem, was sie tun.
Ach ja, ich bedanke mich übrigens bei meinen Hunden für erbrachte Dienstleistungen. Nicht immer mit einem Lecker. Manchmal auch mit einem gesprochenen “Dankeschön”:-))) Ich finde, ein höflicher Umgangston sorgt für eine gute Arbeitsatmosphäre.
18. März 2012
Gestern habe ich im Rahmen einer allgemeinen Frühjahrsputz- und Aufräumaktion auch die Spielzeugkiste der Hüteriche aufgeräumt und entmistet.
Tatsächlich sammelt sich im Lauf der Zeit bei zwei Hunden einiges an, zumal auch noch “Erbstücke” meiner verstorbenen Hunde dabei sind.
Ganz zuunterst lag ein Handfeger, das Lieblingsspielzeug von Baby Kalle:

Dann gibt es da noch Bälle in verschiedenen Ausführungen, Zerrseile und Quietschteile.
Bei dem Riesenangebot auf dem Haustierzubehörmarkt fällt es manchmal wirklich schwer, sinnvolles Spielzeug für die Nasen zu finden. Und wie man an Kalles altem Handfeger sieht, müssen Spielis auch nicht immer teure Marken Spielis aus dem Fachhandel sein, um Hund glücklich zu machen. Füchslein Chili spielt sehr gern mit einem Ball-in-der-Socke. Das ist, wie der Name schon dezent andeutet, einfach ein Tennisball, der in einer alten Socke steckt.
Spielzeug steht hier den Hunden nicht zur freien Verfügung. Wenn Playtime ist, gebe ich den Hunden je ein Teil für einen bestimmten Zeitraum und sammele es dann nach einer Weile wieder ein. Tatsächlich spielen die Hunde sowieso selten allein mit ihren Spielis. Entweder verstecke ich die Sachen und die Hunde müssen suchen, ich werfe etwas, und sie müssen fangen oder wir spielen, dass ich ihnen Spielis abjage. Für Chili ist sein Ball auch Belohnung bei irgendwelchen Trainings. Kalle nimmt da lieber Leckers, zumal sein Interesse an Bällchen auch nicht besonders ausgeprägt ist.
Es gibt natürlich auch Hunde – häufig Second Hand Hunde – die einfach nicht gern mit irgendwelchen Dingen, seien es Bällchen oder Zergels u.a., spielen, manchmal weil sie es nie in ihrem Leben gelernt haben oder aber, weil sie schlicht und einfach nicht der Typ dafür sind.. Es gab sogar mal einen Fall, bei dem ein Hund aus einer Vermittlung zurück kam, weil er nicht Bällchen spielen konnte oder wollte.
Es ist wirklich kein Charakterfehler, wenn ein Hund nicht mit Dingen spielen möchte:-) Ich habe bei meinen zwei beiden sowieso den Eindruck, dass sie alle Bällchen und Zergels stehen und liegen lassen würden dafür, dass ich mit ihnen tobe und spiele und spazwandern gehe.